Push ist böse. Es nagt an der Akkuleistung des iPhones und versetzt dessen Besitzer in eine Wahnvorstellung, er könne etwas verpassen, wenn das Mailprogramm die Nachrichten nur alle 15 Minuten abholt. Wir können Motorola also nur dankbar sein, dass sie uns von der Qual erlösen und mit Hilfe einer Patentklage ein Mindestmaß an Gelassenheit offerieren wollen.
Meine Dankbarkeit geht sogar noch einen Schritt weiter, denn allein durch diesen Umstand habe ich Sparrow für mich entdeckt. Als bekennender Onlinejunkie komme ich nämlich ohne Push nicht aus, bin daher kurzerhand mit all meinem Mail-Geraffel wieder in Googles Arme geflüchtet und ergötze mich an deren wohl funktionierendem Exchange ActiveSync.
Kleine Hürden
Um die Synchronisation des Kalenders und des Adressbuches will ich mich gar nicht weiter kümmern, denn im Gegensatz zu meinen früheren Umstiegsversuchen will ich nicht komplett weg von iCloud, sondern nur den Mail-Part auslagern. Erste Maßnahme wäre also die Weiterleitung aller Mails zur GMail-Adresse. Man berichtige mich, wenn ich falsch liege, aber zu MobileMe-Zeiten war es lediglich möglich, die Mails abzuholen. Mittlerweile kann man auf icloud.com unter “Einstellungen / Allgemein” alle Mails weiterleiten und bei Bedarf anschließend löschen lassen.
Papierkorb vs. Archiv
Keine Ahnung, was sich die Jungs und Mädels von Google dabei gedacht haben, aber wenn man auf dem iPhone eine Mail löscht, landet sie im Archiv und nicht dort, wo sie hingehört – im Papierkorb. Auch wenn ich dort knapp 8GB Speicher habe, möchte ich den nicht mit Müll belegen. Oder würdet ihr eine große Wohnung mit Sperrmüll dekorieren? Zurück zum Thema. Völlig klar und nutzerfreundlich darf man unter der Adresse http://m.google.com/sync/?hl=en (funktioniert nur im Mobile Safari) dem leidigen Verhalten ein Ende setzen, in dem man “Delete Email As Trash” für das (der) entsprechende Gerät aktiviert. Eine Baustelle weniger.
There’s an app for that…
Mail.app und GMail. Was soll ich zu dieser Kombination nur sagen, ausser dass sie mir nicht gefällt? Mailplane ist da ein guter Kompromiss, aber wozu einen eingehen, wenn es Sparrow gibt. Wenn selbst unser aller Gruber John das toll findet, dann muss der Client doch was taugen. Und da es – heutzutage schon fast ungewöhnlich – eine Testversion gibt, hinderte mich nichts daran, dem Kandidaten eine Chance zu geben. Fast wäre er jedoch in Ungnade gefallen, denn kurz nach der Installation klaute sich die App bis zu 80% der CPU-Leistung, von der man auf einem MacBook Air ja eh nicht so besonders viel hat. Und genau zu dem Zeitpunkt machte es sich bezahlt, dass die Entwickler ihre Zeit in die Erstellung einer FAQ investiert haben, denn da steht’s – Sparrow indiziert erst mal munter und lustig die Mailbox rauf und runter, was je nach Größe ein wenig dauern kann. Mittlerweile ist alles wieder im Lot. Mit 1% kann ich leben.
…und ihr so?
Mit Sicherheit bin ich wieder der Einzige, der Probleme mit iCloud hat. Wie sollte es auch anders sein – der Fehler sitzt immer vor dem Rechner. Genau das predige ich immer meinen Kollegen. Jetzt bekomme ich es zurück. Wie dem auch sei – lasst mal hören, wie bei euch der Mailverkehr über die Bühne geht. Push oder nicht Push – das ist hier die Frage…