Von Patchworkfamilien und Mathelehrern. Oder: 10 Jahre Apple.

Das ist gefühlt doch noch gar nicht so lange her, als ich das erste Mal den Geruch neuer Apple-Hardware schnüffeln durfte. Kennt ihr, ne? Riecht anders, so ein Mac. War auch anders, denn bis zu dem Tag im Herbst 2003 habe ich stets und ausschließlich an PCs rumgeschraubt und mich mit Windows gequält.

Was nun folgte, waren viele Jahre, in denen ich Hinz und Kunz von den Vorzügen des Apfeluniversums überzeugen wollte und konnte. Man nannte mich Fanboy und auch Jünger, unterstellte mir sogar eine geheim gehaltene Verbindung zur Vertriebsabteilung des Konzerns aus Cupertino.

Zehn Jahre später sitze ich hier an einem ThinkPad und schreibe diesen Text. “Was ist denn da schief gelaufen?”, werdet ihr fragen. “Der wird doch wohl nicht wieder zurück in’s Windows-Lager gewechselt sein?”

Um es gleich vorweg zu nehmen: nein, ich hätte nichts gegen ein neues MacBook Pro mit Retina Display. Allerdings ist es so, dass das ThinkPad momentan für mich das praktischere Gerät ist. Seht den Neuzugang also als Gründung einer Art Patchworkfamilie – nicht mehr und nicht weniger. Wovon ich mich allerdings verabschiedet habe, ist der Enthusiasmus, den ich einst dem angebissenen Apfel entgegen gebracht habe. Woran das liegt? Vielleicht unter anderem daran…

Tim Cook erinnert mich in seinen Keynotes immer an einen Mathelehrer, der verzweifelt versucht, mir die Nützlichkeit binomischer Formeln für das weitere Leben anzupreisen. Dementsprechend vermag er mich zu begeistern. Genau genommen gar nicht. Ganz anders dagegen Steve Jobs: “I don’t know what it is, but it works” – wenn er, His Steveness, das behauptete, haben wir ihm das geglaubt und unmittelbar nach der Keynote die Kreditkarte gezückt. Apropos Keynote: reizt mich überhaupt nicht mehr, seit man jedes Detail schon vorher weiß. Das “One More Thing” bleibt schon lange aus und selbst “think different” kann ich kaum noch in den Produkten wiederfinden.

Wie seht ihr das? Ist eure Begeisterung ähnlich abgeflacht, oder gilt für euch Apple noch immer als das Non-Plus-Ultra?

Achtung – nicht erschrecken!

Als kleine Vorwarnung sei gesagt, dass hier gerade wieder die Maschinen hochfahren werden – die erweiterte Sommerpause ist vorbei. Soeben wurde WordPress auf den neuesten Stand gebracht (doch schon, normalerweise mache ich das gefühlte 5 Sekunden nach dem Release), die Plugins aktualisiert und der Staub im Backend gesaugt. Hust!

Zu verbloggen gibt es eigentlich genug, ich müsste nur mal wieder so langsam in den Quark kommen. So habe ich mir schändlicherweise vor ein paar Monaten ein ThinkPad geordert, und dabei ist einiges schief gegangen. Was mache ich auch sowas, als alter Apple Jünger? Nun gut – als Ausgleich gibt’s Zuwachs im Mac-Museum und in ein paar Tagen das iPhone 5S. Aber dazu in ein paar Tagen mehr…

Jony Ive Redesigns Things

Mehr habe ich zum Thema iOS 7 nicht zu sagen.

Angriffe auf WordPress-Blogs

Eigentlich ist es nichts Neues. WordPress-Blogs werden immer häufiger Ziel von Brute-Force-Angriffen. Nutzt man ein unsicheres Kennwort und zudem noch den vorgegebenen Namen des Admins, ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Blog gehackt ist. Aktuell sind die Server mehrerer Hoster von einer Angriffswelle betroffen.

Ich bleibe da recht locker, denn ich nutze seit ewigen Zeiten das Plugin Limit Login Attempts, welches die IP des Angreifers nach einer definierten Anzahl ungültiger Anmeldeversuche sperrt. Falls ihr noch ungeschützt seit (nein, damit meine ich keine Kondome) – spätestens jetzt solltet ihr handeln!

Meins, wie es synced und lacht…

Boah – zugegeben, der Titel ist schlecht. Sehr schlecht sogar. Dafür ist das Thema aber gerade der »next hot shit« (wo wir gerade bei Anglizismen sind). Doch der Reihe nach…

Seitdem Google bei mir nach und nach in Ungnade fällt, mache ich mir Gedanken, wie ich mich von der Datenkrake lösen kann. Mit dem Abschalten der FeedBurner APIs konnte ich ja noch ganz gut leben. Was sich die Herrschaften aber dabei gedacht haben, uns den Google Reader zu nehmen, weiß ich immer noch nicht so genau. Ist mir inzwischen aber auch egal, da ich Fever° dank dem Anlegen eines Cronjobs Feuer unter dem Thermometer gemacht hab. Wenn schon Fieber, dann richtig.

So weit, so gut. Hätten wir also den unkritischen Part abgehandelt und auf den eigenen Webspace verlagert. Doch wo wir gerade dabei sind – was ist mit den eher brisanten Daten, die wir auf amerikanischen Servern lagern? Brisant im Sinne von datenschutzrechtlich relevant oder so privat, dass es niemanden etwas angeht.

Privacy vs. Bequemlichkeit

Dass man auf ADN interessante Diskussionen führen kann, sagte ich ja bereits. Nein? Ok, dann hole ich das mal eben nach: man kann auf ADN interessante Diskussionen führen. [Ich frage mich gerade selber, ob ich heute einen Clown gefrühstückt habe.]

So, jetzt zu der Diskussion. Wer sie gestartet hat, ist grundsätzlich erstmal egal, schon allein aus dem Grund, weil ich es nicht mehr genau weiß. Es ging um das Thema »eigene Cloud« – in diesem Fall mit Hilfe von ownCloud, einer OpenSource Software, die man auf seinem NAS oder auch Webspace betreiben kann und als Alternative oder Ergänzung zu DropBox und Co. daher kommt. Als i-Tüpfelchen kann man damit auch Termine und Kontakte syncen. Ihr merkt – so langsam macht der bescheuerte Titel einen Sinn.

Alles, was man selber hostet, macht Arbeit. Arbeit, die aus Installation und Pflege der Software besteht. Allein ownCloud hat in den ersten Tagen des Aprils drei Updates bekommen, wovon zwei derartig Grütze waren, dass die Installation zerschossen wurde. Wer will sowas? Das fragt sich auch Malte in seinem Beitrag, der Zeitaufwand, Kosten und Datensicherheit in die Waagschale schmeißt.

Ok, der Zeitaufwand hält sich bei der Installation einer ownCloud in Grenzen. Das dauert nicht länger, als das Installieren eines WordPress-Blogs. Wer natürlich eher der Tumblr- oder WordPress.com-Typ ist und für Webhosting keinen müden Euro opfern möchte, hat für derartige Experimente eh nur ein Schulterzucken übrig. Das Thema Datensicherheit ist selbstredend ein Argument. ownCloud benötigt beispielsweise ein SSL-Zertifikat und beherrscht in der derzeitigen Version keine serverseitige Verschlüsselung. Wer mit diesen Bergriffen nichts anfangen kann – macht nichts. Aber bitte installiert dann kein ownCloud. Zumindest nicht selber.

Kommen wir aber noch mal auf das Stichwort Privacy bzw. den Datenschutz zurück. So schön einfach DropBox und GMail auch sind – das Zeug (oh, sorry – eure Daten) liegt irgendwo im Amerika auf einem Server und unterliegt folglich der dortigen Gesetzgebung. Jetzt kann man natürlich sagen: Ist mir doch egal, ob das FBI den Zugriff auf die Daten hat oder das BKA. Ja, ist es auch. Ausserdem habe ich ja nichts zu verbergen. Doch – habt ihr. Eure Privatsphäre. Und wenn ihr geschäftliche Daten in der Cloud ablegt, kommt der rechtliche Aspekt hinzu, aber das mal nur so nebenbei.

Wohin sich das alles auch entwickelt – ich für meinen Teil bin sensibilisiert, nehme nach und nach Abschied von Google und hoste meine Dienste, die ich wirklich benötige, in Zukunft auf meinem eigenen Webspace in Deutschland. Auch wenn es ein paar Euro mehr und etwas Arbeit kostet. Es macht Spaß und beruhigt ungemein. Und eines Tages kann der Zuckerberg mich auch noch kreuzweise…

Über den Fortgang des Projekts halte ich euch auf dem Laufenden. Für heute reicht’s erst mal.