Was App.net mit Bier und Bratwürsten zu tun hat…

Ich bin ja bekanntlich auch nicht zimperlich beim Generieren neuer Accounts in sozialen Netzwerken – und wenn es nur dazu dient, den Usernamen zu reservieren. Doch sobald es an den eigenen Geldbeutel geht, wird der Schotte in mir wach.

Die Zeiten, in denen Twitter, Facebook und Co. werbefrei zu nutzen waren, sind vorbei. Schließlich will man dort Umsatz machen, sei es, um die hungrigen Mäuler der Mitarbeiter zu stopfen oder den Ausbau des Firmensitzes dezent voran zu treiben.

Bei Facebook hat man sich daran gewöhnt. Und bei Twitter nutzt man eben einen Client, der die Werbung eh nicht darstellt. Das wiederum finden die bei Twitter total doof, weshalb sie kurzerhand ihre API einschränken. Verständlich – siehe oben – Hunger, Firmensitz und so. Ihr wisst Bescheid.

Und wir gerade bei doof finden sind: Dalton Caldwell sehnte sich nach etwas Eigenem. Nein, kein Jodeldiplom, sondern ein Netzwerk ohne Werbung. Wie es der Zufall so will, war die Domain app.net noch frei (Achtung – Theorie des Verfassers) – fehlte also nur noch das nötige Kleingeld um den Schuppen im Netz an den Start zu bekommen. Nichts leichter als das – da startet man mal eben eine Crowdfundingkampagne (kennt ihr, oder?) und schwupps hat man 600.000 Dollar auf der Habenseite. Für nur 50 Dollar im Jahr wäre ich sogar Teil dieser Crowd. Ob ich das verlockend finde? Ähnlich wie jene beiden Herren hier?

Ehrlich gesagt – nein. Grund Nummer 1: Schotte. Siehe oben. Grund Nummer 2: lest euch mal diesen interessanten Beitrag durch. Ihr versteht nicht so ganz, worum es da geht? Und das, obwohl es nicht am Text liegt, sondern eher an der Thematik? Genau dann solltet ihr die umgerechnet 40 EUR eher in Grillgut und Bier investieren – das Wetter soll ja wieder schöner werden. Ladet ein paar Freunde dazu sein. Das ist sozial, oder?

Und ihr so? Dürft ihr euch Kapitalgeber nennen oder investiert ihr, so wie ich, auch eher in Bratwurst und Nackensteak? Ihr wisst ja – Hunger und so…

24 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Jeder wie er mag. Ich fühle mich sauwohl in App.net. Gute Clients, nette Leute. 50 € ist nicht viel und warum nicht. Ich kann es mir leisten…. ;)

  2. Sehr schöner Text Ad. Und nein: Ich werde auch nicht mitmachen. Ich gebe doch kein Geld für etwas aus, was kaum Reichweite im Gegensatz zu den etablierten Netzwerken hat.

    Dafür kauf ich mir lieber Fleisch und Bier :)

  3. Sehe ich genauso, jeder wie er mag. Für mich ist es nichts, mir reichen Facebook und Twitter aus.
    Ich bevorzuge den Abend mit Freunden beim Bierchen. Selbstredend bei dem Wetter auch mit nem gut gefüllten Grill. ;)

  4. Ich kann mir Grillgut und Bier leisten und nebenher habe ich sogar noch das Geld für die Idee hinter App.net. Freunde habe ich genug (echte Freunde, und viele Bekannte dazu) und jetzt lerne ich bei App.net interessante Menschen kennen.
    Auch ich hatte am Anfang eine Hemmschwelle von 50 USD vor mir. Aber das war ganz okay so.

      • Ich mache es dir einfach: Ich habe dich in “meinen Stream aufgenommen” :)

    • Du lernst bei App.net doch genau die selben Menschen kennen, die du in den anderen Netzen auch bereits in den Kontakten hattest – oder?

      Von der Reichweite die ein App.net im Gegensatz zu den anderen Netzen hat, wollen wir ja mal gar nicht reden.

      • Einige “bekannte Gesichter” sind (schon) dort, aber um die geht es mir (momentan) gar nicht mal. Ich finde eher die Entwicklergemeinde und die vielen internationalen Kontakte interessant. Und dazu keine Spinner oder Comedy-Accounts. Sogar das Lesen des Global-Feeds ist immer mal wieder möglich, wenn man Zeit hat. Und die Diskussionen sind sogar dort “wertig”.

        Ich brauche keine Reichweite, um meine Worte “weit zu streuen”, darum geht es mir nicht. “Aus dem Alter bin ich raus” :)

        Aber ich möchte hier auch nicht “evangelisieren” oder “verteidigen”. Ich nutze es gerne, habe bewusst gerne dafür gezahlt und bereue es nicht. Punkt.

        • Wenn du bei Reichweite nur Streuung denkst, dann ok. Reichweite ist für mich eine Ausweitung des Netzwerkens. Hilfreich bei so Themen wie “wer kann, wer hat, wer sucht, wer braucht usw.” – naja, du weisst, was ich meine. Und genau das traue ich – zumindest derzeit – App.net auf keinem Fall zu.

          • Okay, ich verstehe, was du meinst, Martin. Aber das hatte ich nicht einmal bei Twitter gesucht, dieses Netzwerk mit sozusagen “überregionaler virtueller Nachbarschaftshilfe”. Da vertraue und baue ich doch mehr auf meine face2face-Kontakte oder “persönliche Kontakte”.

            Das hat App.net noch nicht zu bieten, wenn du das suchen würdest, da stimme ich dir vollkommen zu.
            Ich bin eher gespannt, was auf “app.net” noch aufsetzen wird, denn was wir momentan als “Twitter-Alternative” dort sehen, ist nur ein Teil des Machbaren, das ich nicht abzuschätzen weiß, da kenne ich mich nun echt zu wenig aus. Ich habe aber so ein Bauchgefühl, dass App.net echtes Potential hat.

            Wir werden sehen, wohin die Reise geht.

  5. Ich halte die Änderungen der Twitter-API nicht für das Ende des (Twitter-) Abendlandes. Von daher hätte eine Zahlung an App.net für mich eher einen symbolischen Charakter a la “Ich würd euch ja Geld geben Twitter, aber ihr wollte es nicht. Deshalb gebe ich es App.net.”. Ne, wenn schon ein neues Twitter, dann bitte dezentral, so dass es sich jeder selbst hosten kann oder hosten lassen kann. Dann erledigt sich auch das mit der Werbung, dem Businessmodell und den Kosten ganz von selbst.

  6. Du solltest Kolumnen schreiben, wunderbar geschrieben. ;-)

    Ernsthaft, vermute es liegt auch am Preis. Bei 15,00 € oder 25,00 € gehen die meisten eher mit. Wobei ein guter Grill mit Freunden unbezahlbar ist.

  7. Bei mir war es eher so ein Gefühlsdingens… und das hielt auch noch mehrere Tage an. Also war es heute klar, anmelden und freuen. Und für Bratwürste – obwohl ich eher der Steak-Fan bin, reicht es allemal auch noch. :)

  8. Also ich hätte nichts dagegen für Twitter 50 Euro im Jahr abzudrücken, um dessen Finanzierung zu gewährleisten. Dann aber bitte mit “freier” API und jahrelanger Gewährleistung selbiger.

    Für einen Dienst, der sich gerade im Crowdfunding-Modus befindet und momentan in keinem Verhältnis zur Reichweite von Twitter steht, diesen Betrag aber hinzulegen, dafür fehlt mir gerade der notwendige Impuls zwecks Innovation.

    • Richtig. Das ist alles noch weder Fisch noch Fleisch (um mal bei den Metaphern zu bleiben). Dafür dann 50 Dollar sind mir ehrlich gesagt zu viel.

  9. Die Werbung auf Twitter halte ich nicht wirklich für störend. Außerdem hat doch eh jeder einen Ad Blocker (“ad” haha …)

    Ich warte mal ab, wie groß das alles noch wird, bevor ich 100$ ausgebe. Wenn, dann soll es schon ein Dev Account sein.

  10. Ich habe mich ebenfalls für App.net entschieden, weil ich es spannend finde wie sich diese Plattform entwickelt wenn sich dort so viele Design- und Technikinteressiere tummeln.
    Zur Zeit ist App.net noch etwas lahm, aber ich denke das wird in wenigen Monaten ganz anders aussehen.

  11. Pingback: app.net - Social Network & Twitter Alternative (Video)

  12. In Bier und Wurst investiere ich weniger, dafür mehr in Fleisch. Grundnahrungsmittel wie ich finde, das Grünzeug lassen wir weg und die Welt ist in Ordnung.

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