Nicht nur, dass man ständig vor dem Rechner hockt – nein, auch das Smartphone ist immer griffbereit. Und seitdem es an allen Ecken und Enden pusht, ist man nicht mal 15 Minuten ungestört, sondern angehalten, Mails, Tweets und Facebook-Nachrichten sofort zu beantworten oder zumindest mal einen Blick darauf zu werfen. Man könnte ja etwas verpassen.
Ach? Ihr fühlt euch angesprochen? Ja siehste, dann seid ihr wohl genauso onlinesüchtig wie ich und hunderttausende andere Mitbürger. Und jetzt mal ehrlich – ist das ein Wunder? Was geht denn heutzutage noch ohne Internet? Ok, der ein oder andere CDU Politiker weiß darauf vielleicht eine Antwort. Aber Musik kaufen im Plattenladen? Bücher aus Papier? Briefe schicken? Nach Übersee telefonieren via Festnetz? Fahrkarte am Schalter kaufen? – Leute, macht euch keine Sorgen, ihr seid völlig gesund, auch wenn ihr eben mehrfach den Kopf geschüttelt habt.
Oder vielleicht doch nicht? Was meint ihr, jetzt mal ehrlich so unter uns – geht’s noch, oder müssen wir zur Suchtberatung?
{ 23 comments… read them below or add one }
Mhmm gute Frage… Schwierige Frage… Ich glaube wir befinden uns im starken Wandel der Zeit und befinden uns in einer Übergangsphase. Bald wird das Internet so integriert sein, das wir es gar nicht mehr wahrnehmen.
Ich beziehe meine aktuellen Nachrichten derzeit kaum noch über die klassischen Medien… Die Toptweets von Twitter sind meine täglichen Nachrichten.
Was mir noch einfällt – könnte ich jetzt oben als Nachtrag einfügen, aber ich schreib’s mal hier in die Kommentare:
Im Urlaub kann ich auch sehr gut ohne all das ganze Klimbim. Es ist also im Prinzip das Umfeld, was mich zum Konsum verleitet. ich versteht, was ich meine? Nein? Hmmm…
Ja, verstehe was Du meinst. Wenn ich krankgeschrieben zu Hause bin oder teilweise auch am Wochenende, bin ich kaum Online (jetzt mal von den gepushten Mails abgesehen). Twitter wird dann meist nur überflogen oder am Montag morgen auf dem Weg zur Arbeit nachgelesen.
Grüße
Genau das ist das Problem: Viele Sachen lassen sich offline wesentlich schlechter erledigen als online. Wenn ich mit der Deutschen Bahn fahre brauche ich für mein Ticket offline bestimmt doppelt so lange. Kann vlt auch an den Windows NT Automaten liegen.
Ich glaube wir können von Sucht sprechen, wenn wir noch nicht mal im Urlaub das Smartphone auslassen können. Zugegeben finde ich es extrem komisch wenn ich mal mein Handy daheim liegen lasse.
Hmm, ja, süchtig ist wahrscheinlich das richtige Wort, wobei das wahrscheinlich immer mehr Normalität gehören wird wie das Atmen.
Ich denke, solange man seine Offline-Kontakte nach wie vor pflegt, auch ein soziales Netzwerk außerhalb von Facebook hat und in der Lage ist, zumindest mal auf einer Urlaubsreise das Handy zu Hause zu lassen, ohne Schweißausbrüche zu bekommen, ist das in Ordnung. Wer sich so ein iPhone kauft, ist ja auch selber Schuld
Ich finde, zur Sucht wird es erst dann, wenn man durch Probleme bekommt. Zum Beispiel wenn jemand Freizeitbeschäftigungen nicht mehr nachgeht, weil er im Chat rumhängen möchte und sich so immer weiter sozial isoliert. Oder sein Arbeit und Pflichten vernachlässigt nur um online zu sein.
Solange jemand auch ohne das Internet zurecht kommt, sollte man nicht von Sucht reden.
Moin Moin!
Ich könnte mich jetzt definitiv zu den Onlinesüchtigen zählen, aber nein, das mache ich nicht. Ich bekenne mich eher: Ich bin Informationssüchtig! Und süchtig nach sozialen Kontakten bin ich auch noch obendrein. Wie es dazu kommt? Na, wo bekomme ich Informationen zu etwas her, wenn ich sie benötige? Richtig, im Internet. Ich muss mir einen Augenarzt suchen – ich such im Internet. Ich will wissen, wann mein Bus kommt – ich schau im Internet. Ich will wissen, wo ich mir am günstigen ein neues PS3-Spiel kaufen kann – ich schau im Internet. Ich will wissen, was an neuen Schnäppchen bei Saturn oder im Mac App Store vorhanden ist – ich schau im Internet. Und nach sozialen Kontakten bin ich ja auch süchtig. Schließlich sind viele Mit-Twitterer inzwischen liebgewonnene Bekanntschaften, teils sogar Freunde.
Kurzum: Onlinesüchtig – Nein. Süchtig nach der informellen Vielfalt die das Netz bietet – ganz großes Ja!
Grüße
Ob ich Onlinesüchtig bin? Aber sowas von! Ich habe für 3 Tage Internet in den USA 75€ bezahlt. Das sollte wohl alles sagen.
Süchtig? Nein.
*nochinderverleugnungsphase*
Gibt es eigentlich auch das Gegenteil von Onlinesucht. Die Offlinesucht?
Sucht ist, wenn es einem fehlt sobald es weggenommen wird. Von daher würde ich nicht von Sucht sprechen, wenn wir gesellschaftlich schon fast gezwungen werden ständig erreichbar zu sein.
So facebooke ich mittlerweile kaum noch und schaffe es auch mal eine Bahnfahrt in einer Zeitschrift zu blättern statt ins iPhone zu glotzen. Im Urlaub bleibt das Gerät entsprechend zu Hause.
Was mir am meisten geholfen hat war das Abschalten sämtlicher Push-Nachrichten, auch für Mails. Zudem habe ich mein Handy grundsätzlich nur noch lautlos und ohne Vibration. So kann ich selbst bestimmen wann ich drauf schaue und rufe dann zurück wenn was ist. Dieses nicht mehr ständig erreichbar sein ist ein wahrer Segen und entspannt merklich.
Bin gerade unfreiwillig ohne Push, weil das iCloud-Zeugs nicht funktioniert. Ungewohnt, nur alle 15 Minuten Mails zu bekommen…
Zum Glück darf ich während der Arbeit mein iPhone eh nicht bei mir tragen. Das setzt mich seit Mitte Dezember auf Entzug – der mir sehr gut getan hat. Ich fühl mich während dieser Zeit immer ziemlich erleichtert.
Ich sehe das so:
Wir modernen Menschen haben eben nichts besseres zu tun und vertreiben unsere Zeit unter anderem mit dem Internet. Also keine Sucht, sondern nur ein Zeitvertreib.
Oder???
Hallo, ja ich bin und würde mich als onlinesüchtig bezeichnen. Ich besitze zwar kein Smartphone- ja ich weiß peinlich, buhhh. Aber ich verbringe all meine Freizeit mit Lesen von Artikeln und schreiben. Natürlich müssen noch nebenbei die sozialen Kontakte gepflegt werden, aber wenn ich zu Hause hocke, dann wohl eher vom Rechner
Fernsehen wird kaum geschaut (20 min. in der Woche).
Grüße
Klar bin ich onlinesüchtig. Ich bin außerdem auch noch Wasser-süchtig
Mit dem Unterschied dass du ohne Web nicht stirbst. Wohl aber ohne Wasser
Ersteres ist allerdings eine bisher unbewiesene Behauptung …
Man ist schon irgendwie abhängig. Also ich. “Nur mal eben draufschauen”. Und so geht das ständig. Im Urlaub oder auch am Wochenende kann ich aber mal ganz gut ohne. Aber können heißt ja nicht müssen ne?
Gerade so, also ich glaube morgen sollte ich mal zur Suchtberatung gehen!
Aber jetzt mal ehrlich, ausschalten von allem hilft mir immer, mal wieder vom Computer runterzukommen! Und bei dir?
Ja.
Stimmt. Deine Reaktionsgeschwindigkeit hat sich erfreulicherweise deutlich verbessert.
Ich bin allgemein sehr suchtgefährdet, das Internet hatte mich letztes Jahr ganz schlimm erwischt – da mußte ich einen kalten Entzug durchführen. War ziemlich unangenehm.
Inzwischen nutze ich es wieder im Maßen, überlege mir aber jedesmal genau, ob’s wirklich gerade sein muß – von den sozialen Netzwerken lasse ich erst mal die Finger.