Im Ohr: Bowers & Wilkins C5

Seit Walkman, iPod, iPhone und Co. vertraue ich den Kopfhörern, die mir der Hersteller großzügig mit in die Packung legt. Tollen Klang erwarte ich nicht und ehrlich gesagt war ich schon immer zu geizig, mir noch ein paar hochwertige Exemplare hinzu zu kaufen, was ja manchmal fast einer Wertverdoppelung gleich kommt. Wie gut, dass die Jungs von Bowers & Wilkins mir ihren neuen In-Ear Kopfhörer C5 zum Testen gesendet haben, sonst hätte ich wohl nie ein Klangerlebnis dieser Art gehabt.
Auspackzeremonie

Wie es sich für einen richtigen Apple-Jünger gehört, begleitet man das Auspacken neuer Hardware mit einer Art Foto-Lovestory, erst recht, wenn sie derart liebevoll verpackt ist, wie die C5 von B&W. Da bewies man Geschmack und lies sich eventuell auch ein klein wenig aus Cupertino inspirieren. Andererseits wäre es auch ein Unding, wenn solch edle Technik im einer Blisterverpackung da her käme.

Rein damit!
In Ear Kopfhörer heißen nicht umsonst so, wie ich leidlich erfahren musste. Dazu muss ich gestehen, dass die C5 bei mir im Ohr ein Novum sind, was diese Art von Kopfhörer anbelangt. Beim ersten Test stellte ich mich entsprechend dappig an und presste die Hörer nicht weit genug ins Ohr. Dass man so den Bass nur erahnen kann, muss ich jetzt nicht weiter erwähnen, oder?
Sitzen die Hörer aber dann richtig, was dank des sogenannten Secure Loop Design, einer justierbaren Halteschlaufe des Anschlusskabels, wirklich gut und vor allem dauerhaft gelingt, rummst es wirklich ordentlich in der Hörmuschel. Kein Vergleich zum Apple-Equipment – aber ehrlich gesagt habe ich das bei so einem hochwertigen und hochpreisigen Produkt auch erwartet. Der Klang ist wirklich gut – ähm genial und veranlasst spontan dazu, die Original-Kopfhörer in eine der hintersten Schubladen zu verfrachten. Bei solch einem Kopfhörer meine selbst ich, als nicht audiophiles Talent, den Unterschied zwischen 128 und 256 kbps wahrzunehmen. Und wenn ich nach meiner Verletzungspause endlich wieder die Laufschuhe anziehen kann, bin ich mir ziemlich sicher, dass ich nicht alle 500 Meter die Hörer in die Ohren popeln muss. Nichts nervt mehr, als heraus fallende Kopfhörer.
Also nichts zu meckern?
Doch. Da wären zum Beispiel die Silikonaufsätze, die in verschiedenen Größen beiliegen. Entweder habe ich mich völlig blöde angestellt oder die Pömpel sind so filigran, dass man beim Wechsel äußerste Vorsicht walten lassen sollte. Jedenfalls habe ich einen der Aufsätze beim Abziehen geschrottet. Schade drum, aber ich denke mal, dafür kann man Ersatz ordern.

Was mich noch ein wenig stört, ist dass die Fernbedienung im Gegensatz zu der von Apple rund und nicht oval ist. So muss man sich erst zur (vertieften) Mitte vortasten um die Position zu finden, in der man die Laut-/Leise-Taster bedienen kann. Aber das zum Thema Haar in der Suppe…
Fazit
Technikfreaks geht das Herz ähnlich weit auf, wie sie die Geldbörse für die edlen Hörer öffnen müssen. Schlanke 179 EUR beträgt der UVP. Jetzt fragt mich nicht, ob sie das wert sind. Ich denke in der Preisklasse muss das jeder für sich selbst entscheiden. Ich persönlich kenne jetzt nur Low- und High-End – also nur die Apple- und die B&W-Hörer. Das, was sich da zwischen tummelt, ist mir fremd und so wird es wohl auch bleiben und mit nackten, technischen Daten kann ich mich in der Regel nicht so gut anfreunden, wie mit einem Praxistest, wie in diesem Fall.
Die C5, die ich am iPhone und am MacBook Air getestet habe, möchte ich jedenfalls ungern gegen etwas anderes tauschen. Das steht schon einmal fest.
Ah, du vergaßt zu erwähnen: Du gibst die Dinger nach dem Test natürlich zurück, wegen der Objektivität, ist ja klar.
Du machst deinem Namen alle Ehre. Aber vielen Dank für deinen Kommentar.
Ich grüble noch, wo in Cupertino die Verpackung inspiriert worden sein könnte… Mir fällt da nichts ein, was so richtig passt – aber vielleicht kenne ich zu wenige Apfelkisten, -kartons und -cases…
Vielleicht hätte ich die Verpackung von meinem iPhone 3GS daneben legen sollen…
Ach Gott die Dinger würd’ ich auch gern mal testen, bin in Sachen Kopfhörer echt verwöhnt. Würde meine derzeitigen Monster beats tour by Dr. Dre nie mehr abgeben.
Hey,
ich such momentan auch neue InEars und bin am überlegen zwischen den B&W C5 und die Tours. Haben beide Vor und Nachteile
Aber bei den Tours habe ich “Angst” das die leicht rausfallen ( etwa beim laufen ) kannst du das bestätigen oder halten die? Ich meine die gucken soweit raus …
Geht diese Kabeldings hinter den Ohren entlang? Damit sie sicher sitzen? Wie ist das bei Brillenträgern? Bist du einer oder hast du einen greifbar, der dazu mal was sagen könnte?
Meiner Erfahrung nach sitzen solche Kopfhörer anfangs oftmals ganz gut, wenn man die aber 1/2 Stunde drin hat und sich dabei bewegt, kommen sich Kabel und Brille oftmals komisch in die Quere.
Habe aber bisher keine Erfahrungen mit einem High End Modell sammeln können, daher würde mich das wirklich mal interessieren.
Cheers und danke für den Test!
Nee, die “Kabeldings” sind im Ohr. Guck…
Insofern dürfte es auch keine Probleme mit Brillen geben.
Krass, danke für das Bild!
Und das drückt auch nicht in der Ohrmuschel?
Die Kabel? Da kann ich selbstredend nur für mich sprechen: ich merke sie gar nicht.
Was ich auch hier wieder empfehlen möchte:
Ab zum Hörgeräte-Akustiker!
Ein Satz Otoplastiken kostet nicht die Welt und hat einen riesigen Einfluss auf Klangqualität sowie Tragekomfort von In-Ears. Da genau für den eigenen Gehörgang gegossen spürt man sie praktisch nicht, gleichzeitig ist die Abdichtung und damit der Klangeindruck besser als mit Standard-Teilen möglich.
Nach x durchgetesteten Kopfhörern ging ich dann doch mit einem Paar Phonak zum Akustiker. Seither habe ich nicht das geringste Bedürfnis, neuere/„bessere“ Kopfhörer auszuprobieren. Spart über die Jahre doch recht viel Kohle.
Wau, stolzer Preis! Aber wenn es die Qualität hergib, durchaus gerechtfertigt!
Ich kann nur leider Kopfhörer leiden, die ins Ohr müssen, ich habe lieber die, die am Ohr anliegen!
Mir müsste man die Stöpsel erst aus den Ohren schneiden, bevor ich diese zurück geben würde. Von wegen Testmuster…
Krasse Dinger, die will ich auch! Am liebsten ja auch zum testen
Ich hab vor kurzem die Urbanears getestet, aber die sind für den Sport zu groß (Bügelkopfhörer mit großer Muschel) und durch die Halterung sind die Geräte hier zum Sport bestimmt gut geeignet!
Her damit!
Das hört sich sehr gut an. Die sollte man mal ausprobieren. Mich würde Ende September ein Test interessieren. Die B&W gegen die neuen AKG: http://de.akg.com/akg-k3003-de.html
Vielleicht kommt das irgendwo mal zustande. Danke für Deine Einschätzung!
VG Markus
Pingback: » Bowers & Wilkins C5 « Macs in Media Archiv
Ich habe auch schon so einige In-Ears getestet. Aber gemessen am Preis und der Leistung / Klangqualität empfehle ich die Apple In-Ear. Guter Klang mit vollem Bass und wunderbarer Abschirmung der Außengeräusche. Habe erst gestern mit In-Ears den Rasen gemäht und erst sehr spät den angetrunkenen Nachbarn im Puma-Sportanzug mit Schrotwumme bemerkt ….
Welche Generation?? Neulich erst wieder eine in der Bib, bei der man jeden Ton gehört hat. Und nach innen ist die Abschirmung doch sicher nicht besser als nach außen?
Kleiner Tipp in Sachen Top-Sound und Ohranpassung: http://www.beyerdynamic.de/sho.....-ie-1.html
Derzeit noch keine besseren In-Ears gehört. Okay, selbst im Studio bevorzuge ich Beyer. Die günstigere Variante inkl. Ohrpassung habe ich ziemlich lange auf dem Rad getragen… bei viel Regen, Schweiß etc. keine Probleme gehabt, dafür fantastischen Sound – vor allem auch druckvoll (Rock, was sonst
).
Cheers, Andi
Ich habe heute genau diese In-Ears im Briefkasten gehabt, allerdings ohne Ohranpassung. Das wäre mal eben mehr als 100€ mehr gewesen.
Aber ich bin soweit sehr begeistert. Den Bass hätte ich mir etwas satter vorgestellt, aber man darf von so kleinen “Räumen” auch keine Wunder erwarten. Und wahrscheinlich muss sich die Membran auch erstmal an meine Musik gewöhnen
Hi,
Und der UE kostet mal eben fast 100 Euro mehr… was schon recht viel ist… falls den jemand haben mag ich verkaufe meine und wechsel nun auch bei den Kopfhörer zu b&w wo ich schon seit Jahren 600er Lautsprecher nutze und jetzt auf den neue 600Serie umgestiegen bin… Guter Test
ich habe den C5 auf der IFA Probe gehört mit meinem iPhone4.
Bisher habe ich das Ultimate Ears Triple10FI vi Headset gehabt, dass zu dem klanglich besten zählt was ich bisher in den Ohren hatte.
Jedoch klingt der b&w etwas schöner und wärmer und Bässe kommen oftmals feiner und doch druckvoller in den Gehörgang.
Ich war sehr überrascht… naja nicht wirklich… Der große von b&w ist ja auch ein absolutes Referenzmodel
Ich kann mir nicht helfen, aber besonders auf dem vorletzten Foto (links unten) wirkt das “Set” wie ein medizinisches Instrument für unaussprechliche Untersuchungen ….