Newsletter – in oder out?
Nichts ist schnelllebiger als das Netz. Da passiert es auch schon mal, dass Blogs für tot erklärt werden, Feeds als oldschool gelten oder Kommentare zu Facebook und Twitter ausgelagert werden. Umso mehr wundert es mich, dass ein Relikt der alten Zeit nicht schon längst auf der Standspur der Datenautobahn verrostet ist.
Newsletter – und damit meine ich nicht die lästigen Werbemails, die man sich einfängt, wenn man im Netz mal hier und mal dort seine Mailadresse preisgibt – sind eher selten geworden. Im Zeitalter von RSS machen sich die wenigsten Webmaster die Mühe, zusätzlichen Content für die Leser zu liefern. Entweder fehlen die Ideen für sinnvollen Inhalt oder das Vertrauen in die Akzeptanz potentieller Abonnenten.
Fasse ich mich doch mal an die eigene Nase: ich biete keinen Newsletter an – aus dem Grund, den ich oben schon erwähnte. Was sollte ich da schreiben? Ok, ich könnte mich an dem einzigen Newsletter orientieren, den ich derzeit abonniert habe…
Allein auf weiter Flur – der linkRiss!
Beinahe jedes Land hat seinen Lobo oder seinen Basic – im Nachbarland Schweiz ist es Christian Leu, besser bekannt aus Leumund. Eben jener Kollege, der mich schon seit den Anfangszeiten meiner Bloggerei begleitet, hat immer nette Ideen. Vielleicht erinnert sich von euch noch jemand an die witzige Aktion Pimp Your Leu oder die kostenpflichtigen Twitter Tipps. Seit einiger Zeit bietet Christian nun seinen Newsletter linkRiss! an, den ich erst auf sein Zureden abonnierte, es bis dato aber nicht bereut habe.
Newsletter? Passt das in die heutige Zeit?
, dachte ich mir. Scheinbar schon. Für den Newsletter spricht: man bleibt auch mit Leuten in Kontakt, die nicht dauernd online sind. Ich erreiche so mittlerweile 1500 Leser, die ich auch auf Artikel in meinem Blog erneut aufmerksam machen kann. Die Aufmerksamkeit ist deutlich höher als bei Twitter und Co.
, sagt Christian.
Das Erfolgsgeheimnis seines Newsletter, den er in einer Art Wochenrückblick versendet, dürfte neben der professionellen Gestaltung an dem kurzen und prägnanten Inhalt liegen. Wenig Geschwafel, viel Übersichtlichkeit – das hat man kurz gelesen und es nervt nicht, zumal der Wochenrhythmus unaufdringlich ist. Wer von euch also meint, dass er so etwas auch auf die Beine stellen kann – ich stehe als Abonnent bereit. Je mehr, umso besser. Dann habe ich mehr Inspirationen, falls ich auch einmal aktiv werden sollte.
Euer Fazit?
Bleibt nur die obligatorische Frage zu stellen: wie steht ihr zum Thema Newsletter? Oldschool oder noch aktuell? Oder vielleicht gerade wieder, um sich vom üblichen Twitter- und Facebook-Geschwafel abzuheben?

Wenn Kleinunternehmen XYZ in unregelmäßigen Abständen Newsletter verschickt, die meist mies aussehen und auch noch schlecht im Wording sind (was leider die Mehrzahl ist), dann reißen die das Image des Newsletters extrem runter.
Ich denke, solange nicht jeder Otto Normalsurfer weiß, was ein RSS-Feed ist, wird der Newsletter nicht aussterben. Allerdings muss dieser gut gestaltet sein und regelmäßig kommen.
Als Beispiel kann man da Tchibo sehen: Einmal wöchentlich (?) und gut gestaltet (meistens). Auch der von designer-in-action.de kommt regelmäßig alle zwei Wochen und sieht schlicht aber gut aus.
Ein (guter) Newsletter ist nicht aus dem Internet wegzudenken.
Ja, da ist was Wahres dran. Und nur dann hat er Erfolg und wird nicht als nervendes Etwas empfunden, bei dem man sofort die Möglichkeit zum Abbestellen sucht.
Ich kann da nur nachdoppeln. Wir verschicken einen Newsletter an Abonnenten nur dann, wenn wir über etwas wirklich Nützliches informieren wollen. Denn nur ein Teil der Doodle-User bekommt über unsere anderen Kanäle mit, was sich tut. Jüngstes Beispiel: innerhalb von 48 Stunden nach dem Launch haben sich mehr als 5’000 Personen ein persönliches MeetMe-Profil eingerichtet – ein Grossteil davon kam von unserem Newsletter.
Newsletter sind gerade für die Firmen interessant, dessen Zielgruppe nicht über 8 Stunden im Netz surfen.Beste Beispiele sind Tschibo, Edeka, Aldi, Lidl & co. Hier erhalten oft 50 jährige Muttis ihren wöchentlichen Newsletter.
Alternativ auch seriöse Firmen die ihren Kunden den Service über aktuelle Produkte liefern wollen.
RSS hat den Nachteil, dass man oft “alles” erhält. Bei Newsletter sortiert der Schreiber aber zuvor aus, was für die Zielgruppe interessant ist. Beispiel: Firma X hat einen Blog, schreibt je Woche 5 Beiträge, macht 20 Beiträge im Monat. Die Firma erstellt nun eine “Top 5″ aus den 20 Beiträgen und versendet diese via Newsletter.
Das Thema ist schon so lange auf dem Tisch und es gibt Leute die eindeutig der Meinung sind, Newsletter sind tot oder sterben zumindest bald. Andere wiederum schwören darauf.
Ich hab mir schon beim Start meines Blogs überlegt, ob ich auch einen Newsletter mit anbieten soll. Ich denke auch heute noch ständig darüber nach. Aber es stellt sich nunmal die Frage nach dem Mehrwert. Ich schreibe schon soviel Artikel, dass nichts mehr für einen Newsletter übrig bleibt. (zeitlich zumindest) Und ob ich eine Art “The Best of” regelmäßig versenden soll…hm…frag ich mich einfach ob das jemand lesen möchte.
Ich glaube man muss es einfach mal versuchen. Der Newsletter ist mit sicherheit nicht tot, nur sind die Ansprüche höher wie früher und die Berührungsängste der Leser größer (durch Spam).
Vielleicht, ist dein Artikel ja jetzt der Anlass für mich, es mal wirklich zu versuchen. Auf jeden Fall werde ich glaube ich mal erneut ein Brainstorming machen (sagte er, bevor er sich dem Tagesgeschäft widmete
)
grüße Ralf
RSS-Feeds sind noch lange nicht bei der breiten Masse der User angekommen.
Abhängig von der Zielgruppe und auf welchen Weg sie erreicht werden kann gibt es zu Newslettern daher nur noch die Hauswurfsendung als Alternative
Daher full Ack zu Kommentar #1
Für mich bieten Newsletter so gut wie keinen Mehrwert. 99% dieser Newsletter, die man so bekommt haben kommerzielle Absichten, d.h. Werbung und werden von mir dementsprechend genauso wie z.B. Fernsehwerbung behandelt: Ungesehen weggeklickt.
Und wenn es doch mal nicht um Werbung geht, sind die Informationen meistens eh schon öffentlich und einige Tage alt. Wenn einen das entsprechende Thema wirklich interessiert, kennt man in der Regel also vorher schon die Details und braucht die Mail nicht mehr.
Gerade bei Newslettern die man selbst nie aktiv angefordert hat (bei mir eigentlich alle), hat dies bei mir eher einen negativen Effekt, wenn andauernd die Inbox vollgemüllt wird.
Newsletter sind allgemein eine Plage, seit man keinen reinen Text mehr, sondern immer gleich ganze Websites zugeschickt bekommt. RSS ist eine Webtechnogie, trotzdem erhält man in aller Regel nur einfach zu erfassende Textinhalte, keinen riesigen Datenoverhead/Layouts/Bilder/etc. Diese Inhalte zu lesen macht Spaß. E-Mail hingegen basiert traditionell auf Plain-Text, trotzdem sind sie inzwischen zig KB groß, wollen im HTML-Modus betrachtet werden, Bilder nachladen oder gleich in der Web-Version angesehen werden, wo man mit zig Informationen überflutet wird. Also, warum sollte man als User das offensichtlich kaputte Medium nutzen?
Newsletter sind auch nur ein Mittel zum Zweck. Es kommt wohl auf die Zielgruppe an, die du erreichen willst. Deine Leser und ich denke auch meine, wissen, wie was ein Feed-Reader ist und werden darum auch deinen Feed abonnieren.
Wenn du nun aber eine Zielgruppe hättest, die überhaupt keine Ahnung von dem Netzkram haben und gerade mal ihren Browser und ihr Mailprogramm bedienen können, dann ist wohl der Newsletter die beste Wahl, um mit dem Leser zu kommunizieren.
Meine bessere Hälfte hat seit Anfang des Jahres ein Blog über ihr Hobby: Pferde! Ich denke, dass man ihre Leser besser per Newsletter erreicht. Darum kann man sich auf ihrer Seite http://pferdecamp.us auch für einen Newsletter anmelden. Dieser wird von MailChimp einmal die Woche aus ihrem RSS Feed generiert. Simpel, aber effektiv!
Auf so etwas muss man erst mal kommen!
Ich würde fast wetten, dass du spätestens kommende Woche auch so einen Newsletter anbietest. Vorallem, weil MailChimp kostenlos ist
Wenn, dann wäre das nicht nötig, da man Feedburner-Feeds auch per Mail abonnieren kann.
Subscribe to admartinator.de by Email
Das stimmt! Aber du bist mit Feedburner unflexibel. Einmal kannst du das Design der eMail nicht bestimmen. Und zweitens wird nach jedem neuen Post von dir eine eMail an den Leser rausgehauen.
Bei MailChimp bestimmst du, wie oft der Newsletter versandt wird. Einmal oder mehrmals die Woche oder im Monat. Und im Newsletter werden deine letzten Posts aggregiert.
Ok ok, hast ja recht.
Aber ich kann dich beruhigen. Ich habe eigentlich nicht vor, einen Newsletter anzubieten. Mich hat lediglich interessiert, wie die Meinung zum Thema ist.
Es kommt bei den Newslettern immer auf den Einsatzbereich an. Für Unternehmen etwa finde ich es durchaus sinnvoll, wenn sie beispielsweise periodisch über ihre aktuellen Projekte, Produkte oder was auch immer berichten.
Jedoch sollte ein Newsletter meiner Meinung nach nicht zu lang sein und optimal einmal im Monat oder maximal einmal in der Woche erscheinen. Aber auch nur dann wenn es wirklich neue, interessante Informationen gibt und nicht nur, dass der Newsletter versendet worden ist.
Wenn ihr mich fragt, ist Newsleter mitnichten sinnvoll, etwa für die Leute, die es nicht schaffen, gleichzeitig bei heise und mehreren Mac-Zeitungen auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Sonst nett für Produktinfos á la Adobe oder Galileo Press. Tipps zu Software und so kann man ja auch anders verbreiten.
Tatsächlich bekomme ich zwar diverse Newsletter, aber ein ganzer Teil davon fliegt, nachdem ich ihn man selektiv durchgelesen habe, in den Müll; lesen tue ich letztendlich nur den ein oder anderen Verlagsnewletter.
Fazit: Kann zwar sinnvoll sein (Produktinfos), aber auch vergebliche Liebesmüh (News-Zusammenfassungen des Tages)
Ich beziehe selbst den ein oder anderen Newsletter “freiwillig”. Für mich ist das genauso eine Form der Information oder Unterhaltung wie Feeds. Es entsteht auch ein bißchen der Zeitungscharakter, der nach wie vor attraktiv ist. Das deckt sich ja auch mit Anwendungen wie paper.li oder Flipboard.
Bei uns in der Firma haben wir festgestellt, daß viele unserer Kunden noch nicht mit den neueren Formen wie Feeds vertraut sind (von Twitter ganz zu schweigen). Tatsächlich bevorzugen viele sogar das klassische Mailing in Papierform.
Allerdings wird sich das wohl im Laufe der Zeit ändern. Feeds haben gegenüber dem Newsletter auch den Vorteil der Anonymität. Man braucht keine Email Adresse zu hinterlegen und reduziert somit die Gefahr von ungewollt zugesendeten Inhalten.
Seit der LinkRiss augetaucht ist, hab ich auch schon den einen oder anderen gesehen, der auf den Zug auspringen will.
Ich bin aber sehr skeptisch gegenüber Newsletters, die von Bloggern verschickt werden. Aus meiner Sicht verstösst dies gegen drei grundsätzliche Eigenheiten, die man mit einem Blog eigentlich förden soll und kann:
* Die Öffentlichkeit
* Die gegenseitige Verlinkung
* Und langfristig erreichbare Archive
Natürlich gibt es auch für einen Newsletter ein Archov, und öffentlich ist er grundsätzlich auch. Trotzdem schwingt der Members-Only-Gedanke mit, der mir so sehr gegen den Blogger-Strich zu gehen scheint.
Doch eins ist klar: Der Leu hat den LinkRiss perfekt positionieren können und verdient für seinen Erfolg ein Kompliment.
Auf Business-Ebene haben gutgemachte Newsletter durchaus ihre Berechtigung. Obwohl hier, je nach Zielpublikum, heute eher Facebook-Fanseiten diese Funktion einnehmen.
Nach meiner Meinung werden sich RSS Feeds nicht durchsetzen und der Umweg eines RSS Feeds über Mail erst recht nicht. Ich kann nicht sagen, was die Zukunft hier bringt, aber derzeit geht hier wohl wenig an Facebook und Twitter vorbei.
Allerdings wird z.B. auf meinem Blog Email zur Info über neue Beiträge sehr gerne angenommen. Bei mir ist der Email-Newsletter, also Blognews über Email, total ungenutzt.
Ich finde Newsletter in bestimmten Bereichen sehr wichtig und kann ihn mir hier auch nicht wegdenken. Im Business geht nichts dan vorbei. Oder, wenn es um gefilterte Informationen geht. Also nicht alles von einer Seite oder News zu erhalten, sondern nur bestimmte.
Und ich kenne genügend Leute und Firmen, wo Facebook kein Thema ist. Man sollte halt ale Kanäle anbieten, um für jeden was zu haben.
Ich höre zwischendurch immer noch (analoges) Radio, obwohl es TV, Kino und Web gibt.
Daher denke ich das es so lange Newsletter geben wird, wie es auch E-Mail geben wird.
An einige Stellen empfange ich auch selber noch Newsletter weil ich das “zusammenfassende” bevorzuge. Vor allem lege ich Wert auf einen sauber formatierten Newsletter, der auch im Textmodus erscheint, da ich mein Thunderbrid immer auf reinen Textmodus umstelle.
Ich habe nahezu alle Newsletter abbestellt und erstaunlicherweise halten sich die Anbieter daran
Interessanter Beitrag. Ich habe genau zu dieser Frage kürzlich für die Schweizer Fachzeitschrift Marketing & Kommunikation eine Kolumne geschrieben und gebe die hier gerne nochmals wieder, weil sie so gut passt:
Hat E-Mail Marketing im Zeitalter von Social Media ausgedient?
Diese Frage wird uns zur Zeit oft gestellt. Die Antwort: Nein, sicher nicht. Die Erfahrung aus der Praxis zeigt nämlich, dass beide Kanäle ihre spezifischen Vorteile in der Kommunikation haben und sich sogar gegenseitig positiv verstärken können.
Die Stärken der Social Media Kommunikation liegen in der Verbreitung von Botschaften. Schafft man es als Unternehmen eine Fan-Community aufzubauen, die Botschaften des Unternehmens „liken“, „sharen“ und retweeten“, erzielt man eine Reichweite, die weit über die der direkten „Empfänger“ hinausgeht.
Die einzelne Statusmeldung auf Facebook oder Twitter ist jedoch sehr flüchtig. Ist ein Empfänger nicht gerade online, kann er die Botschaft gut und gerne verpassen. Es ist darum erst die Vielzahl von Meldungen und Kommentaren, welche einem Unternehmen in der Social Media Welt ein Gesicht, einen Charakter und den Fans ein gutes „Bauchgefühl“ gibt.
Im Gegensatz dazu ist ein personalisierter Newsletter sehr viel verbindlicher und auch langlebiger. Viele Empfänger legen die Newsletter ab oder drucken sie sogar aus.
Kommuniziert ein Onlineshop beispielsweise Aktionen, so generiert er über einen Newsletter die x-fach bessere Conversion als über den Social Media Kanal. Auch Anmelde-Raten für Events oder Seminare sind in den meisten Fällen über einen Newsletter besser. E-Mail-Marketing ist darum Verkaufsförderung pur.
Mein Tipp: Konvertieren Sie möglichst viele Ihrer Newsletter-Abonnenten auch zu Facebook-Fans und Twitter-Followern und machen Sie umgekehrt Ihren Fans und Followern Ihren Newsletter schmackhaft. Das eine für Ihre Bekanntheit und Reputation, das andere für die Verkaufsförderung.
Ha, von welcher Branche sprichst du denn da? Das möcht ich mal sehen!
Ich habe selbst nur wenige Newsletter abonniert – schätze diese aber sehr.
Das praktische an Newslettern finde ich, dass die Informationen zu mir kommen und ich sie nicht (aus möglicherweise mehreren Quellen) zusammensuchen muss.
Und irgendwie haben die schon etwas ruhigeres an sich – beim Lesen meines RSS-Readers gehe ich meist recht schnell vor.
Newsletter mit originellem und einzigartigem Inhalt: In.
Übrigens sind sie in der Generation bzw. dem User-Schlag, der sich nicht unbedingt täglich und ‘hauptzeitlich’ in Blogs rumtreibt sehr beliebt. Solange der Newsletter einen Nutzen bringt (bspw. Rabattaktionen, neue Artikel etc.)
In der Generation Silver-Surfer zudem noch viel mehr.
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