Google Analytics im Test

Man kennt mich als jemanden, der sich früh für etwas begeistern kann, dann jedoch das Interesse verliert und irgendwann später – ja, dann – dann ist es soweit. Das war bei den Macs so und das ist derzeit bei Google Analytics der Fall. Beweis gefällig? Hier – das war 2005. Etwas mehr als fünf Jahre später komme ich dann auf den Trichter, dass trotz Datenschutzbedenken die Datenkrake und ich Freunde werden könnten. Sprich – ich teste von nun an, ob Google Analytics meine bisherigen Tools, nämlich Mint und Semmelstatz, ersetzen kann. Und damit ich diesmal auch am Ball bleibe, habe ich sie radikal gelöscht…

Mint & Semmelstatz wandern in den Orkus

Semmelstatz ist ein Statistik-Tool von Redunzl Semmelmann (nein, der heißt nicht wirklich so). Es wurde dazumals auf Kopfhoch Studio zum Download angeboten, mittlerweile wurde die Entwicklung leider eingestellt. Wer die Suchmaschine seiner Wahl zu bedienen weiß, findet jedoch noch den ein oder anderen Download-Mirror. Ich habe das Tool sehr lange Zeit eingesetzt. Der größte Vorteil dieser Statistik ist auch gleichzeitig ihr Nachteil. Sie trackt prima die Besucher beim Namen. Das ist zwar fein, um die Besuchertreue nachzuvollziehen. Andererseits widerspricht das dem Datenschutz. Und das ist ja hierzulande ein ganz heikles Thema. Ein weiteres Manko – Semmelstatz vermag es nicht, diverse Crawler aus der Statistik herauszunehmen. Ominöse Besucher aus China, Russland und der USA interessieren sich meist nicht für euer Geschwätz, sondern stellen höchstens eure Spamfilter auf die Probe. In die Statistik gehören die jedenfalls nicht. Jemand anderer Meinung?

Mint ist ein selbstgehostetes Statistiktool, welches ich vor langer Zeit für eine handvoll Dollar erworben hatte. Im Prinzip eine tolle Lösung, wenn man bereit ist, Geld für jede zu trackende Domain auf den Tisch zu legen. Um ehrlich zu sein – gelöscht habe ich die Installation nicht, nur das Script habe ich vorerst von der Seite genommen. Bei zwei Statistiken ist eine zuviel. Zumal ich nach den ersten Tagen gemerkt habe, dass die Werte von Mint und denen von Google Analytics ähnlich waren. Ganz im Gegensatz zu denen von Semmelstatz – die waren viel zu hoch.

Und was ist jetzt mit dem Datenschutz?

Genau – wo ich doch jetzt Google Analytics einsetze, gehöre ich in die Kategorie evil und setze mich der Gefahr einer Abmahnung aus. Wirklich? Nun ja, vielleicht kann dieser Artikel ein wenig mehr Klarheit verschaffen. Und seien wir mal ehrlich – solange offensichtlich selbst Datenschutzbeauftragte es mit dem Datenschutz nicht so genau nehmen, müssen wir kleinen Blogger keine Angst haben. Den Datenschutzhinweis anpassen und die IPs anonymisieren – das allerdings sollte man schon tun.

Bei meiner Suche nach Alternativen bin ich übrigens auch auf das Plugin WordPress.com Stats gestoßen, welches nach einem kurzen Test gleich wieder vom Server geflogen ist. Nicht, weil es schlecht ist. Im Gegenteil, es gefiel mir eigentlich recht gut. Weniger gefiel mir die Tatsache, dass es als Trojaner für einen Werbetracker dient. So etwas braucht kein Mensch. Auch nicht, wenn man es mittels eines weiteren Plugins verhindern kann.

Dann nimm doch einfach Piwik – das ist doch GPL und sowieso die beste Alternative zu Google Analytics. Ja, doch. Sicher. Habe ich auch schon mal ein paar Wochen getestet. Allerdings fand ich es noch unübersichtlicher als “das Original” und zudem auch nicht besonders performant.

Und jetzt?

Jetzt werte ich mal munter und lustig aus, was da so auf meiner Seite passiert. Auf dem iPhone klappt das ganz toll mit Analytics Pro. Solch eine Software für den Mac – das wäre toll. Ihr habt nicht zufällig einen Tipp parat?

33 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich hatte mal vor Jahren mehrere php-basierte, selbstgehostete Statistik-Tools ausprobiert und sie nach kurzer Zeit verbannt. Innerhalb kürzester Zeit war die Datenbank im 3-stelligen Megabytebereich und es wurde alles laaangsaam.

    Wenn ich mal einen eigenen Datenbank-Server haben sollte werde ich noch einmal mit selbstgehosteten Tools probieren.

    • Bei Mint und Semmelstatz hielt es sich in Grenzen. Da hatte ich allerdings auch eine automatische Limitierung drin. Piwik war allerdings schon recht fett – schon nach kurzer Zeit.

  2. Hast du schon mal Clicky ausprobiert? Ich nutze dies für alle meine Seiten und bin sehr zufrieden damit, vor allem sehr zufrieden nicht noch ein Produkt von Google mit noch mehr Daten zu füttern ;) Zu finden unter http://getclicky.com ebenfalls mit Visitor Tracking und allem was dazu gehört, auch ein iPhone App ist mit von der Partie ;)

  3. Vielen Dank für den Artikel, ich nutze GA übrigens schon immer, weil es so viele Clients gibt :)
    (für den Mac ging gerade ein Widget durch die Blogs)

  4. Also ich benutze seit Jahren sowohl Mint als auch Google Analytics parallel. Mint gibt mir dabei einen einfachen Blick auf das aktuelle Geschehen. Dort stelle ich schnell vermehrte Aktivität auf einzelnen Artikeln fest und kann das Interesse an Links in Twittern nachschauen. Bei Analytics ist es mehr die Rückschau und der Blick auf die Entwicklung der Besucherzahlen. Beides zusammen ist eigentlich perfekt.

  5. Eventuell ist Woopra ja noch eine Alternative für Dich.
    http://www.woopra.com

    Da gab es doch vor Jahren mal so eine Beta Phase wo man sich kostenlos anmelden konnte. Heute gibt es das Basic Paket auch noch für umsonst.
    Mit eigenem Java Client und Echtzeit Analyse sogar über den Broswer.

    Ich weis aber nicht was Du im Detail an Auswertungen brauchst, für etliche kleine Domains hab ich das nach wie vor am laufen und die gesammelten Daten reichen im Grunde aus.

    Bei mir im Blog läuft nach wie vor Mint. Zwar schon seit längerem nicht mehr aktuell aber es macht was es soll.

    • Ob nun Woopra oder GetClicky – auch die senden die IPs doch an Server in den US, wenn ich das recht verstehe. Im Grunde also kein Unterschied zu GA, nur aufgrund fehlender Popularität noch nicht im Visier der Datenschützer…

  6. Ich habe mir vor ein paar Tagen das Buch Google Analytics und Co. gekauft gehabt und muss sagen, dass es vom Thema her recht interessant ist.

    Es geht aber eher um Webanalyse mit dem Tool als um das Tool an sich. Natürlich wird hier und da über das Programm berichtet aber im Grunde geht es um die Tatsache, wie man es am besten einsetzt um die Webseite zu analysieren und Schwachpunkte damit aufzudecken.

    Wer sich für das Thema interessiert kann ich das Buch empfehlen, auch wenn der Preis für Fachliteratur natürlich immer recht hoch ist!

  7. Also ich habe mir gerade Piwik auf meinem Webserver installiert und werde das einige Tage testen. Der erste Eindruck ist ganz gut. Mal sehen, wie stark die Datenbank anwachsen wird. Ansonsten sieht alles auf den ersten Blick ordentlich aus und ich habe damit alles selbst in der Hand.

  8. Ich habe meine Erfahrungen mit Statistik Programmen, Tools oder auch Plugins. Zu beginn meiner Bloggertätigkeit habe ich das Programm “StatPress” eingesetzt. Das hat sich aber nach einen halben Jahr gerecht. Den es werden so viele Daten gesammelt, das mein Hoster alles Dicht gemacht hatte. Es waren irgend wie zu viele Abfragen: http://www.oberkircher-blog.de.....1-03-2010/

    Nach diesem Zwischenfall habe ich dann Stemmelsatz und Slimstatz installiert. Semmelstatz läuft bis zum heutigen Tage. Ich bin jedoch jeden Tag am überlegen ob ich es nicht abschalten soll. Denn ich nutzte es nur weil es mir im Dashboard ein paar Ergebnisse vom Tag anzeigt!

    SlimStat ist noch im Betrieb, aber ich nutzte es überhaupt nicht. Eigentlich könnte ich es abschalten. Werde ich auch machen! SlimStat läuft mit einer eigenen MySQL Datenbank neben meiner WordPress DB.

    Ich nutze seit März ungefähr wieder Google Analytics. Ich denke die Zahlen sind zuverlässig. Außerdem nutzt dieses Tool so gut wie jeder. Daher hat man so auch einen guten Vergleich. Und die IPs anonymisiere ich natürlich!

    Semmelstatz liefert übrigens tatsächlich überhöhte Zahlen. Das Plugin scheint anders zu zählen!

  9. Ich hatte bei mir auch knapp ein Jahr Piwik am laufen. Die Grösse der Datenbank war dann aber der Punkt, welcher mir gar nicht gefallen hat.

    Daher bin ich nun auch wieder zu Google Analytics gewechselt. Die IP-Adressen werden bei mir anonymisiert übertragen.

  10. @fabian danke für den Tipp…werde ich mir mal anschauen. Nur ist das denke ich auch nicht so das richtige. Ich will GA nutzen und eine Tagesstatistik in Backend von WordPress ohne eine extra Seite aufrufen zu müssen.

    @Frank hättest du die Kommentare zuvor gelesen, wüsstest du das das Programm bereits besprochen wurde ich damit Probleme hatte!

  11. Ich nutze von Anfang an Piwik für meinen Blog und bin bisher zufrieden. Ich kann auch (noch) nicht über Performanceprobleme klagen. Aber im Zweifelsfall habe ich lieber ein etwas langsameres Backend, als die Daten meiner User an Google zu verschenken.
    Denn man sollte sich darüber bewusst sein, dass Google (und natürlich auch andere Seiten) trotz anonymisierter IP die Besucher anhand von “user-agent” und Browser Settings ziemlich genau wiedererkennen kann. Dies kann man sich ziemlich eindrucksvoll auf folgender Seite demonstrieren lassen: http://panopticlick.eff.org/

  12. Wenn ich jetzt schreiben würde: Ohne AD wäre das Blogger-Leben weniger aufregend … also lieber Martin: Mal wieder :-) vielen Dank für diesen Tipp – und StatPress wurde deaktiviert.

  13. Pingback: Google Analytics | Anonymisierung IP-Adressen ['anonymizeIp'] › tekshrek.de

  14. Also GA ist schon wirklich umfangreich und hat viele nette Gimmicks. Trotzdem habe ich bei mir Semmelstatz im Einsatz. Fand es auch schade das nicht mehr weiterentwickelt wird und habe daher kurzerhand mal ein SourceForge Projekt “Semmelstatz Reloaded” angelegt http://sourceforge.net/projects/semmelstatz

    Wer mag kann ja im Bugtracker oder im Tracker für Feature Request seine gefundenen Fehler oder Verbesserungsvorschläge für Semmelstatz reinschreiben.

    Gruß aus Franken

    Ortwin

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