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Kommentarsterben durch Twitter und Co.?

Kollege Günni beschwert sich, dass in seinem Blog die Kommentare mehr und mehr zu Twitter “abwandern”. Er prognostiziert gar ein “Kommentarsterben” – analog zu dem Gefasel, welches meiner einer vor nicht all zu langer Zeit von sich gegeben hat. Ihr erinnert euch? Blogs are dead? Sie leben bis auf ein paar Ausnahmen noch immer – war also mehr oder minder Bullshit. Zugeben muss man allerdings, dass der Hype von damals verschwunden ist.

Aber zurück zum Thema. Die Zeiten ändern sich, so auch die, in denen man mit einem belanglosen Beitrag dutzende Kommentare einfahren konnte. Für derartige Ergüsse fasst man sich nun kurz, beschränkt sich auf 140 Zeichen und freut sich, wenn man Glück hat, über mannigfaltige Retweets. Und wie das Oberhaupt Berlins sagen würde – das ist auch gut so.

Auch ich bin natürlich enttäuscht, wenn ein vermeintlich interessanter Beitrag nicht die erhofften Reaktionen bekommt, das ist klar. Aber damit sollte man als erfahrener Blogger leben können. Schon beim nächsten Mal kann alles anders sein. Wäre ja langweilig, wenn man stets Honig um den Mund geschmiert bekommt. Zudem sollte man sich ab und zu an die eigene Nase fassen, denn wenn ich eines nicht verstehen kann, dann sind es Blogger, die den Wert der Kommentare nicht richtig einzuschätzen wissen. Und damit meine ich nicht nur die Kommentare der Besucher, sonderen auch deren eigene Kommentare. Blogs, in denen der Blogger nicht mit den Besuchern kommnuniziert bzw. diskutiert, fehlt ein entscheidender Bestandteil – oft entsteht gerade in den Diskussionen der “interessantere Beitrag”. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber in Blogs, in denen Monolog angesagt ist, kommentiere ich nur einmal.

Und um nochmal auf das Thema Twitter, Facebook und Co. zurück zu kommen – wenn man diese Dienste als Durchlauferhitzer für das eigene Blog benutzt, darf man sich nicht beschweren, wenn die Diskussion nicht nur im Blog stattfindet, oder sehe ich das verkehrt?

Colophon

ad |æd| infml admartinator - SocialMedia Junkie, Tech Blogger, WordPress Freak, Apple Evangelist & Founder of apfelquak. [...]

Syndicate

34 Reaktionen zu „Kommentarsterben durch Twitter und Co.?

  1. Das siehst du richtig. Es ist nur ein wenig schade, dass so Diskussionen manchmal gar nicht erst entstehen. Bei mir ist es manchmal so, dass irgendwie ein Kommentar auftaucht, einer mir einen Reply bei Twitter schickt und wiederum andere bei Facebook einen Kommentar hinterlassen oder “Gefällt mir!” drücken. Das alles unter einen Hut zu bringen, wäre schön – so richtig in einen Kommentarstream zu einem Artikel.

    Leider ist mir noch keine praktikable Lösung dazu eingefallen. Ich glaube bei T3N lädt man irgendwie auch die Facebook-Kommentare in die Seite. Das ist schon mal ein netter Ansatz.

    • ad

      Das mit Facebook-Kommentaren finde ich noch ganz ok, aber mit Tweets in den Kommentaren habe ich schlechte Erfahrungen gemacht. Hatte ich auf apfelquak.de mal integriert – da leidet der Kommentarbereich bzw. die Diskussion (sofern eine entstanden ist) doch sehr darunter.

  2. Grundsätzlich stimme ich zu. Wenn sich der Verantwortliche selbst nicht zu Wort meldet, sinkt mein Interesse an Kommentaren ebenfalls.

    Ich freue mich persönlich über jede Art von Feedback. Egal ob die nun via Blog oder Twitter reinkommt, wo ich auf neue Beiträge aufmerksam mache. Sicherlich kann man sich in einem Blog besser austauschen, als in 140 Zeilen. Doch am Ende ist jede Art von Feedback willkommen.

  3. Till

    Ja leider verliert sich das alles in der Menge.
    Ich muss aber auch ehrlich sagen das ich kaum Kommentiere bzw. Kommentare lese.

    Das liegt aber auch daran das ich alles über einen RSS Reader laufen lasse.
    Da bin ich dann auch froh wenn ein Flattr Button integriert ist.

    In machen Blogs sind die Kommentare auch überflüssig und wenn man sich alle durchgelesen hat dann ist zu viel Zeit verloren.

    Wenn ich dann meine Anerkennung und Bewunderung mitteilen will dann mache ich das über andere Wege als dem Kommentar.

    Das gleiche Problem ist aber auch bei Podcasts die ich über iTunes Abonniert habe.
    Da vergesse ich das auch oft später die Seite zu besuchen und zu flattrn oder sonst was.

    • ad

      Wenn ich dann meine Anerkennung und Bewunderung mitteilen will dann mache ich das über andere Wege als dem Kommentar.

      Die da wären? Jetzt sag nicht Flattr – so verbreitet ist das noch nicht / nicht mehr.

  4. Ich darf auf diesen Artikel verlinken: Kommentarlos.

    Ich finde Kommentare eigentlich überflüssig. Die Behauptung, ein Blog wäre ohne Kommentare kein richtiger Blog, ist reine Ideologie.

    • ad

      Da bin ich, wie du weisst, völlig anderer Meinung. Nicht nur dass ich bei Interesse selber kommentieren möchte – ich will auch sehen, was andere über den Beitrag denken. Und Kommentare via Mail? Nee, das klappt nie und nimmer.

      • Ich frage mich nur: Wozu? Man liest einen Text, gewinnt im besten Fall eine Anregung und sollte sich dann wieder seinem Tagwerk widmen. Wie diese Diskussion hier: eine willkommene Prokrastinations-Möglichkeit für mich, aber bringt es uns wirklich weiter?

        Man sollte mehr auf kuratierte Inhalte setzen. Wer eine fundierte Meinung hat, kann sie in seinem eigenen Blog oder via E-Mail mit der Bitte zur Veröffentlichung (Leserbrief!) zum Ausdruck bringen. Dann kann man auch sicher sein, dass etwas Wesentliches gesagt wird.

        • Ich finde Kommentare schon sehr wichtig. In meinem Blog veröffentliche ich unter anderem Bilder und Code-Schnippsel. Da freue ich mich alleine schon, wenn jemand schreibt, dass die Bilder gefallen oder der Code helfen konnte.

          Manchmal entstehen aber auch sonst nette oder lustige Diskussionen. Interaktion halte ich für sehr wichtig.

          • Blogs benötigen keine Kommentare, um gut zu sein.

            Die meisten Blogs, die ich lese, haben keine Kommentarfunktion und die Bindung zwischen Leser und Schreiberling ist stärker als über meist belanglose Kommentare.

          • ad

            Aha. Und anhand welcher Kriterien kannst du die stärkere Bindung beurteilen? Schickt ihr euch jedesmal tuffige Mails, wenn ihr einen Beitrag toll findet, oder wie läuft das?

          • Der Aufwand um eine E-Mail zu schreiben oder einen Blogbeitrag zu erstellen ist höher als mal schnell im Kommentarfeld etwas zu hinterlassen. Somit überlegt man sich zwei Mal, ob man etwas Belangloses verfassen möchte.

            Das geht ja nicht darum zu sagen, dass man einen Beitrag toll findet. Das ist völliger Bullshit. Vielmehr möchte man das Thema voranbringen.

            Du hast schließlich auch auf Günnis Beitrag in deinem Blog reagiert und es funktioniert prächtig. Hättest du es bei ihm in den Kommentaren hinterlassen, würde es mir an meinem Allerwertesten vorbeigehen.

          • ad

            Das Problem ist doch aber, dass nur du und der eine Leser von dem Mailaustausch profitierst. Bei offenen Kommentar tauscht man sich mit allen Lesern aus.

            Für mich hört sich das alles (sorry) ziemlich egoistisch an. So nach dem Motto: “was interessiert mich das belanglose Geschwätz und die Meinung anderer Leute?”

            Ja, sicher – das ist vielleicht überspitzt ausgedrückt. Aber genau wie du fast nur Blogs ohne Kommentarfunktion liest, so meide ich diese.

          • Woher weißt du denn das von „offenen“ Kommentaren jeder profitiert und die Diskussionen in vielen Fällen nicht einfach nur Author / Kommentator betreffen?

            Wenn bei dem E-Mail-Austausch etwas Neues und Sinnvolles herauskommt, kann man immer noch einen Folgebeitrag verfassen.

            Für mich hört sich deine Ansicht ziemlich egoistisch an. So nach dem Motto: „Ich will, dass die ganze Welt meine Meinung hört, denn meine Meinung interessiert jeden und ich habe jetzt etwas zu sagen und darf die Aufmerksamkeit von anderen rauben., auch wenn es in den meisten Fällen nur Geschwätz ist.“

            Kommentare sind völlig überbewertet, egal auf welcher Skala (eigener Weblog, Blogosphäre, gesamtes Internet, …) und es gibt seit eh und je bessere technische Lösungen wie Pingbacks, Trackbacks, neue Beiträge, E-Mail, ….

            2 Leute, 7 Meinungen, oder wie war das nochmal? ;-)

          • Ad, dass Du Blogs meidest, die keine Kommentarfunktion haben, erscheint mir ein wenig überspannt. Du solltest Blogs wegen der Inhalte lesen, nicht wegen der sozialen Grundhaltung des Autors. Keiner nimmt Dir Deine Kommentare … Ich glaube, ich sollte in Zukunft dieses Blog meiden, sein Autor geriert sich als Hohepriester der einzig wahren Blogger-Religion. ;-)

          • ad

            Was erwartest du von jemandem, der der einzig wahren Religion in Sachen Hardware folgt?

          • Stimmt, Ad! Wir beten also doch zum selben Gott.

  5. Hi,

    dann möchte ich auch gleich mal kommentieren ;-) Ich stimme mit Dir überein, dass natürlich viel des Feedbacks zu Artikeln inzwischen über soziale Netzwerke läuft – aber nicht alles und Twitter, Facebook & Co als “Durchlauferhitzer” zu nutzen, muss nicht zwangsweise bedeuten, dass es keine Diskussionen mehr im Blog gibt.

    Ich finde der Punkt liegt in der Bindung, die man zu seinen Bloglesern aufbaut und pflegt. Wenn ich als Blogger natürlich nie selbst mal ein Statement zu den Kommentaren angebe oder diese nur mit einem Satz beantworte, der nicht wirklich “diskussionsanregend” ist, DANN brauche ich mich nicht wundern. Gleiches gilt für das kontinuierliche und authentische Kommentieren in anderen Blogs – natürlich ist das zeitaufwändiger und fordert mehr Eigeninitiative, als einen bloßen Twitter-Link zu setzen, aber es lohnt sich, wenn man Wert auf Kommentare legt – und dazu sind doch Blogs u.a. da !?

    Viele Grüße
    Jasmina

    • ad

      Da gebe ich dir vollkommen Recht. Die Bindung zu den Lesern ist extrem wichtig. Es ist sicher (auch) eine Art Geben und Nehmen – bin ich in anderen Blogs nicht als kommentierender Gast präsent, kann ich auch nicht erwarten, dass man mich selbst mit Kommentaren überhäuft.

  6. Ich habe die Kommentare in meinem Blog vor kurzem auf Disqus umgestellt. Das normale WordPress Kommentar System hat mich in den Wahnsinn getrieben. Es sind dort 100te von Spam Kommentaren aufgelaufen, pro Tag und trotz Akismet.

    Mit Disqus bin ich das Problem jetzt los, zusätzlich habe ich weitere Funktionen wie Twitter/Facebook Integration und E-Mail Benachrichtigung mit an Board.

    Kommentare und Reaktionen (so will ich mal ReTweets/Likes nennen) sind für mich schon sehr wichtig. Auf meinem Blog gibt es immer 2 Arten von Artikeln: Die Einen da schickt Google 1000de Besucher am Tag hin, die lesen alle den einen Artikel und sind sofort wieder weg. Und die Anderen, wo Leute viel Kommentieren, nachfragen und eine echte Diskussion entsteht. Mir sind natürlich die Letzeren lieber, Brauchen tut man aber beide und vorher lässt sich selten sagen was draus wird.

  7. Na das ist doch schön, dass ich mal wieder zur -blogübergreifenden- Diskussion anregen kann. Wie ich in meinem Beitrag schon geschrieben habe, ist natürlich auch der Inhalt eines Artikels entscheidend. Irgendein lustiges Bild das dann bei Twitter die Runde macht aber keine Kommentare nach sich zieht: logisch, normal.
    In der Vor-Twitter- (und Facebook) Zeit hatte man genau zwei Möglichkeiten, aktiv auf einen Blogbeitrag zu reagieren: kommentieren oder Trackback setzen. Das setzte Initiative des Lesers voraus und daraus entstanden dann die Diskussionen.
    Heute kann ich via Twitter und Facebook reagieren; mittels Retweet- oder “gefällt mir” Button. Damit mache ich genau was? Im besten Falle zeige ich damit meine Wertschätzung oder -wahrscheinlicher- ich füttere meine Follower.

  8. switchpack

    Naja, vielleicht ist es auch von jedem etwas.
    Natürlich entstehen hier und da sinnvolle, gar weiterführende Debatten. Aber die Anzahl von Lesern und Kommentatoren dienen auch dem Schwanzvergleich. Da entsteht schnell der Druck, mehr Kontent zu produzieren, um seine Leserschaft bei Laune zu halten. Das widerum dient nicht zwingend der Qualität. Nicht umsonst wird heute hinterfragt, was da im Internet für Kontent kreucht und fleucht. Das Meiste ist belangloses Rauschen und wir sind da keineswegs besser oder schlechter, sondern ein Teil davon.

  9. Ach hört auf darüber zu schreiben oder euch zu beschweren, ihr seid doch selber mit daran schuld das es so gekommen ist teilweise.

    • Und wieso Schuld ?

      • Genau! Wusstest du das nicht? Ad und ich habe Twitter in Deutschland erst groß gemacht. Weiß doch jeder… :-)

      • ad

        Jo, und als Nächstes helfen wir Facebook mal ein wenig über die Straße. :hehehe:

      • Auf der einen Seite nutzen viele Nutzer diesen Dienst wie Twitter und Co. und auf der anderen Seite beschweren sich manche dieser Nutzer ab und an darüber das weniger oder kaum noch Kommentare auch deren eigenen Seiten eingehen.

        Entweder ich nutze einen Dienst wie Twitter und bin mir über die langfristigen Folgen für meinen Blog klar und jammere nicht rum. Oder ich lasse es und habe das Problem somit nicht.

        Ehrlich gesagt kann ich es nämlich nicht mehr sehen und auch manchmal nicht mehr hören. Alles wird mitgemacht und jeder Hype aus den USA von Dienst XY wird vorangetrieben und eifrig gepusht, nur um dann Monate später darüber zu lamentieren wie sehr dieser oder jene Dienst doch bestimmte Dinge verändern oder gar ganz abschaffen würde.

        Das ist in etwa wie das Jammern auf hohem Niveau bei Apple Produkten. Die Thematiken passen sehr gut zusammen in bestimmten Bereichen, finde ich.

        Über langfristige Folgen, darüber scheinen die wenigstens eher eine Minderheit der Nutzer solcher Dienste wie Twitter oder Facebook nachzudenken. Und selbst wenn deren langfristiges Nachdenken quasi geistige Früchte trägt, so werden diese viel zu selten in der Realität auch umgesetzt, womit ich dann wieder beim Anfang meines Ersten Kommentars hierzu wäre. ;)

        • ad

          Ich denke bei Twitter und Facebook sind wir über die Phase “Hype” hinaus. Beide Dienste haben sicht etabliert, so dass man sich eher über die Konsequenzen Gedanken machen muss, wenn man sie nicht integriert.

          • Ok, lasst uns eine Arbeitsgemeinschaft starten: Mehr Kommentare für unsere Blogs. *Ironiemodus aus* ^^

  10. Kommentare finde ich recht wichtig. Ist ja auch eine Art Wertschätzung. Wenn jemandem ein Artikel gefällt, dann schreibt er seine Meinung dazu.
    Aber ich denke, das wird sich auch wieder ändern. Momentan ist Twitter und Co. der Trend schlechthin.

  11. Kommentare sind wichtig, sonst macht es ja irgendwie keinen Spaß mehr, aber durch Twitter und Facebook kommen definitiv weniger Kommentare rein. Besucher kommen mehr (durch die Twitter / Facebook Verlinkungen) aber die hinterlassen keine Kommentare… Bäh!

  12. Pingback: blog | Wie heisst das? | controlc.de

  13. Mir scheint, als wären momentan tatsächlich die Kommentare weniger geworden. Wenn ich meine Statistiken lese, dann sind Sie tatsächlich um ca. 50% gesunken. Dies kann natürlich daran liegen, dass in letzter Zeit andere Themen angepackt wurden – politisch brisante Themen sind nicht jedermanns Sache.
    Aber es muss sich auch niemand beschweren, wenn man nicht mehr auf Blogs geht, Sie eventuell sogar aus der Blogroll kickt, wenn man das Gefühl hat, dass der Blogbetreiber nur am Anfang regelmäßig deinen Blog aufsucht, um einen schlichten 2zeiler (möglichst noch mit einer Frage verbunden, die zum wiederkehren auffordert), zu hinterlassen, um in den Genuß von Bekanntheit und Backlinks zu kommen. Wenn dann so Statements kommen: “Deine Feeds sind gekürzt, soviel Zeit habe ich nicht, um auf deinem Blog das Original zu lesen”, darf man sich nicht wundern, wenn man schwuppdiwupps wieder raus fliegt.
    Bloggen und kommentieren ist halt ein nehmen und geben.
    Viele größere und bekanntere Blogbetreiber haben das wohl vergessen.
    Ich sehe das Kommentarsterben eher durch das soziale Verhalten der Blogbetreiber, nicht so sehr durch Twitter und Co. begründet. Diesem “Echtzeit-Gedankenblasen-Quatsch” kann ich nun wirklich nichts abgewinnen.

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