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Wo sind die deutschen Profiblogs?

5. Februar 2010 · 26 comments · TWEET THIS

Sagt mal, wo sind hier in Deutschland eigentlich die Profiblogs? Ich rede hier jetzt nicht von Nerdcore oder Spreeblick, sondern eher von so fetten Brocken wie Mashable und Techcrunch. Wieso dümpeln hiesige Ableger, sofern es denn überhaupt welche gibt, lediglich auf Privatblog-Niveau vor sich hin? Ist doch irgendwie merkwürdig. Schon allein, dass es niemand so recht versucht. Wir äffen den Amis doch sonst alles nach. Ok, da gibt’s Basic Thinking, die nachdem sie das Blog von Rober Basic gekauft haben, ungefähr in die Richtung Techblog tendieren (wollen). Vergleichen wir deren 25000 Feedleser und die 5889 Follower auf Twitter mal mit denen von Techcrunch (4,6 Mio Feedleser und 1,3 Mio. Follower) – das ist noch nicht mal tägliche Schwankung auf Techcrunch, was BT da bieten kann. Was nicht heißen soll, dass ich damit deren Qualität in Frage stelle.

Ok, Deutschland ist nicht USA. Dennoch würde ich mir wünschen, dass es zumindest ein paar Seiten gibt, die zumindest den Anschein entwickeln würden, dass sie irgendwann mal in solchen Ligen mitspielen können. Liegt das wirklich nur an der fehlenden Nähe zum Silicon Valley, wie ich irgendwo mal gelesen hab? Muss man bei Steve & Co. als Autor wirklich einen Fuß in der Tür haben, um interssante Artikel schreiben zu können? Oder liegt es an der Sprache? Vielleicht könnt ihr mich aufklären…

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caschy

Wir hinken Jahre hinterher in der Denke. Dann bitte auch dt. Sprachverbreitung beachten.

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Marcel

Ja ich glaube auch, dass wir die Sprachbarriere beachten müssen. Englisch spricht halt jeder Depp überall auf der Welt. Dazu kommt, dass die Amis immer die Ersten sind, die frische Informationen zur Hand haben, alle anderen übersetzen die doch eigentlich nur noch. Siehe die deutsche Mac-Szene.

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Nils

Das liegt natürlich in erster Linie an der Sprache. Deutsche Artikel sprechen nun mal nicht so ein breites Publikum an. Aber recht gebe ich dir, dass es leider nicht mal ansatzweise ein vergleichbares Format gibt. Beispielsweise den deutschen Ableger von Engagdget könnte man mit Sicherheit intelligenter umsetzen oder etwas vergleichbares Neues aufbauen ;)

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ad

Ok, Sprache lasse ich gelten. Aber wieso hinken wir in der Denke hinterher? Technologisch unterwickelt kann man Deutschland ja nicht gerade bezeichnen.

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Arne

Hmm, man müsste jetzt mal den prozemntualen Anteil der Reader/Follower unseres deutschen Pendants (BT) zu Techcrunch vergleichen. Aber ich denke, selbst dann sieht die Statistik net besser aus.
Selbst ein rein-deutschsprachiger Profiblog sollte (gemessen an der Zahl der deutschen Geeks, Nerds, Tech-verliebten, ….) mehr Follower, etc. haben. Also liegt es meiner Meinung nach net primär an der Sprache.
Vielleicht sind wir aber auch nicht so technikafin wie die Amerikaner und uns gefällt das Privatblog-Niveau eher, weil wir uns damit familiärer fühlen und die Produkte und Meinungen authentischer.

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ad

Guter Ansatz. Ich hab auch den Eindruck gemacht, dass sich die Deutschen stark dagegen sträuben, wenn kommerziell gebloggt wird.

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Thorsten Peters

Die meisten deutschen Blogger haben IHR Problem ja schon mal erkannt: Sich selbst! Mal lustig, mal (un)interessant, aber eben meist mit nichts als sich selbst beschäftigt. Die meisten sind unpolitisch,rechthaberisch,selbstbezogen…jedem das seine…man spricht (eben) nicht darüber.

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Gilly

Wenn es gut ist, habe ich kein Problem damit, wenn kommerziell gebloggt wird. Irgendwie habe ich aber das Gefühl, dass sobald sich ein wenig finanzieller Erfolg einstellt, alles nur noch auf SEO optimiert wird und man gar nicht mehr auf Lesbarkeit oder Informationsgehalt des Blogs achtet. Dann wird es auch schnell uninteressant.

Ansonsten ist natürlich ein Problem, dass auf deutschen Tech-Blogs grundsätzlich zur Zeug wiedergekaut wird, was man schon ewig und drei tage bei Engadget und Co. gelesen hat. Dann darf man aber auch nicht vergessen, dass einige der großen US-Tech-Blogs irgendwelchen Firmen gehören und die entsprechend Blogger bezahlen oder eben mittlerweile so erfolgreich sind, dass man eine komplette Redaktion hat.

In Deutschland wird halt auch weniger eingenommen, da ja jeder Depp Adblock und Co. an hat. Affiliate Links mögen die deutschen auch nicht. Also wie Geld verdienen?

Alles Mist! ;)

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maik

@Thorsten Peters >>> Die meisten sind unpolitisch,rechthaberisch,selbstbezogen…jedem das seine…man spricht (eben) nicht darüber.

Das sind doch die meisten englischsprachigen Blogs auch. Oder glaubst Du, nur weil ein Blog in AMI – Land geschrieben wird, muß dieses zwangsläufig interessant sein?

Das “Hauptproblem” ist sicher die Sprachbarriere. Wer von Euch liest denn Blogs aus Italien, Frankreich oder Russland (sofern die nicht auf Englisch geschrieben werden)? Also ist das kein deutsches Problem…

@Gilly >>> In Deutschland wird halt auch weniger eingenommen, da ja jeder Depp Adblock und Co. an hat.

Klingt ziemlich arrogant. Ich finde es gut, dass diese Werbeformen fast jeder nutzen kann und darf.

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Nils

@Gilly: Der Ansicht bin ich auch. Warum sollte man auch nicht etwas Geld damit verdienen, wenn man sich mal vor Augen führt, wie viel Arbeit eigentlich dahinter steckt? Übertriebene und aufdringliche Kommerzialisierung eines Blogs finde ich auch genau so uninteressant. Leider gibt es immer mehr kleine Blogs, bei denen man schon von vorne herein diese Absicht erkennen kann :(

Obwohl beispielsweise Engadget redaktionell geführt wird, halte ich die Berichte immer noch für sehr authentisch, also eben nicht so sehr kommerzialisiert. Das merkt man auch dem Podcast oder der Engagdet Show an.

Adblock kann ich auch ohne Probleme in den USA nutzen ;)

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Super Mario

380 Millionen haben Englisch schon als Kind gelernt. Aber es sind wohl eine Milliarde Menschen, die diese Sprache als Erwachsene gelernt haben. Weltweit gesehen ist Englisch die zweit häufigst gesprochene Sprache, nach dem Chinesischen.

Noch dazu werden in Deutschland keine Stars im Internet gemacht, ich kenne keinen Deutschen Perez Hilton der durch sein Blog Millionär geworden ist.

Allen Argumenten zum trotz ist es wohl die Sprachbarriere und die Fähigkeit der Geeks auch der Deutschen Englisch zu beherrschen und sich so schneller auf dem Amerikanischen Markt mit Infos zu versorgen!

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Super Mario

Im Klartext gibt es tausende Deutsche die einem Techcrunch folgen aber bestimmt nur 24,2 nichtdeutschstämmige Amerikaner die einem Basic Thinking folgen!

Und um meinen Kommentar von eben noch zu ergänzen, Sascha Lobo ist kein Star…

Btw. deine Bearbeitungszeit der Kommentare von 2 Minuten erscheint mir zu kurz und zu unfreundlich den Kommentatoren, die sich verschrieben haben oder ergänzen wollen, gegenüber…

Jetzt habe ich noch ganze 10 sekunden dich zu kritisieren und rumzumaulen, wie soll ich bitte denn in 3 sekunden meine ganze Trolligkeit verpack…

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Super Mario

Ich könnte ja noch einen Kommentar schreiben, aber das wäre doof!

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Herr Chow

Das gilt doch für alle Bereiche! Wo sind die wirklich relevanten deutschsprachigen Blogs für Politik, Gesellschaft, Wissenschaft, Kultur …? Das Sprachargument lasse ich nicht gelten: 120 Mio. Menschen sprechen Deutsch als Muttersprache, hinzu kommen einige Millionen Deutschsprechende, die eine andere Muttersprache haben. Diesen Zahlen gegenüber ist die Leserschaft der deutschen sog. “Blogosphäre” praktisch nicht existent.

Nicht zu vernachlässigen ist die allgemeine kulturelle Relevanz: Wo werden Blogs in Zeitungen, im Fernsehen, in Büchern, wissenschaftlichen Publikationen etc. zitiert? Das ist fast noch wichtiger als die bloße Leserzahl, weil das Echo in Kultur und Gesellschaft auf gediegene nachhaltige Inhalte, die tatsächlich auch etwas bewegen, schließen läßt. Auch hier sieht es arg düster aus.

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Oliver

Die so genannten Profiblogs in Deutschland im technischen Bereich sind Heise oder zB. Golem. Aber wer liesst die schon ;)

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ad

Aha. Und SPON ist dann das Politblog, welches Herr Chow vermisst, oder wie? :hehehe:

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Emanuel

das sprachen-argument sollte man sicherlich nicht vernachlässigen, aber man kann es nicht allein verantwortlich machen. was ist mit großbrittanien, haben die ein techcrunch-pendant? müssten sie – wenn es nur an der sprache läge – ja haben, schließlich wird auf der insel englisch gesprochen.

ich denke, man muss das thema differenzierter betrachten. tech-blogging ist schließlich nur eine facette des bloggens. und wenn man diese sparte mal gesondert betrachtet, könnte der erfolg der us-amerikanischen tech-blogs in den strukturen liegen. plakativ ausgedrückt: die nähe zum silicon valley.

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neo

Das man als “deutsches” Blog in englischer Sprache erfolgreiche sein kann, zeigt meiner Meinung nach das Smashing Magazine (www.smashingmagazine.com) recht gut.

War richtig überrascht, als ich mitbekommen hab, dass da ein paar Jungs aus Freiburg dahinter stecken.

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happy-buddha

Die Frage stellte letztens auch Nico Lumma (Lummaland) Leider ohne Resultat…

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ad

Du meinst das hier, denke ich:

http://lumma.de/2010/02/02/blogs-in-deutschland-sind-nett/

OT: Welchen Teufel hat denn Herrn Lumma geritten, diese Schneefall-K***e einzubauen? Ich dachte schon, meine Grafikkarte ist defekt!

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happy-buddha

Genau .

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marcel

sorry, gerade keine zeit alle kommentare gründlich zu lesen, aber ich habe es überflogen und glaube, dass das smashingmagazine.com noch keine erwähnung gefunden hat? Oder zählt das nicht mehr als deutscher blog, weil es auf englisch geschrieben wird?

auf jeden fall ist es beeindruckend erfolgreich. für einen blog aus deutschland. und gehört, zumindest für die “kreative” szene zu einer der hauptanlaufstellen.

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marcel

ah zwei kommentare über meinem. sehr gut.

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ad

OK, Smashing Mag lasse ich gerade noch so gelten. Finde ich auch klasse.

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Christian Leu

Ansonsten würde ich noch die Produkte aus dem Schweizer Hause Blogwerk erwähnen. Die sind sehr stark auf den deutschsprachigen Raum ausgerichtet. Gerade Netzwertig.com hat immer wieder sehr gute Geschichten. Neuerdings.com ist ein wenig auf die breite Masse ausgerichtet und les ich kaum mehr.

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Gilly

Die Blogwerk Blogs sind allesamt recht langweilig und verwursten auch mehr fremden Content als tatsächlich selbst was neues zu bringen.

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